Urlaubsliebe

21.05.2023

 Gehörst Du auch zu den Menschen, die sich im Urlaub leicht verlieben?


Es ist ja auch ein schönes Gefühl, so entspannt und ohne Stress oder Verpflichtungen.

Im Urlaub werden Sehnsüchte geweckt und Träume wahr. In wen oder was wir uns verlieben oder auch warum, ist bei jedem anders.

Ich will dir von meinen Urlaubslieben erzählen.


Seit 5 Jahren verliebe ich mich immer wieder im Urlaub. Ich bin, astrologisch gesehen, da ganz typisch Luftelement mit meiner Waage-Sonne.

Wie ein Schmetterling, lass ich mich mal hier mal dort nieder, angelockt von den schönsten Blüten. Im indianischen Horoskop gehören die Luftelemente passenderweise auch zum Schmetterlings-Clan.

Wenn du dich jetzt fragst, was denn mein Gefährte dazu sagt….nun, er ist ebenfalls Anhänger des Schmetterlings-Clans, ein Zwilling. Ein richtiger Luftikuss.

Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich in den letzten Jahren soviel reisen darf. Früher habe ich, außer Klassenfahrten, vielleicht 3 mal Urlaub gemacht.

Gerade war es wieder soweit. 

Ziemlich genau 5 Jahre nach unserem ersten gemeinsamen Urlaub.


Dieser erste Urlaub war für uns in mehrfacher Hinsicht besonders. 12 Jahre waren wir befreundet, meist auf Distanz und doch eng vertraut. Einmal kamen wir uns sehr nah, aber davon erzähle ich hier lieber nichts. Es war ein sehr, hmm, berührendes Treffen. Soviel kann ich verraten.

Wir blieben Freunde, bis wir uns für den gemeinsamen Urlaub entschieden. Dort entdeckten wir dann, wie gut wir harmonierten, auch wenn wir noch mehr Zeit als sonst miteinander verbringen.

Aber erstmal verliebten wir uns in das Ijsselmeer. 


Sein kräftiges Blau strahlte um die Wette mit dem des Himmels und den satten, grünen Weidegründen am Deich.

Richtig liebestrunken wurde ich dann in Hoorn. Eine kleine mittelalterliche Hafenstadt. Jeden Moment erwartete ich, dass von dem Piratenschiff gleich eine Horde Männer die nächste Taverne stürmt.

Die Detailverliebtheit der Niederländer begeisterte mich. Ob Straßenschild, Laterne oder Häuserfassaden. Alles war liebevoll gestaltet und schmückte die Umgebung.

Ich war sicher, ich will nur noch in diesem Land Urlaub machen.

Im Geiste sah ich mich meinen Altersruhesitz hier einrichten. Ja, hier würde ich gerne meinen Lebensabend verbringen.

Aber wie Schmetterlinge so sind, zogen wir weiter.


Die Vulkaneifel hatte auch ihren Reiz. Wir besuchten hier verschiedene Tempelanlagen und Matronenplätze, Burgen, einen Steinbruch in einem alten Krater, einen Vulkansee und nachts bewunderten wir den schönsten Sternenhimmel.

Gleich drei Sternschnuppen sah ich in einer Nacht, doch ich war wunschlos glücklich.

Als nächstes folgte ein Sommer im Westerwald. Und ich verliebte mich in das kleine, schnuckelige Häuschen mit Bachlauf am Waldrand.

In so einem Hexenhäuschen wollte ich immer schon wohnen. Mein Herz jauchzte. Der Abschied fiel mir sehr schwer. Ich ließ zum Dank ein kleines Opfer am Hollerbusch zurück.

Zwei Wochen blieben wir auf Terschelling, der Lieblingsinsel meines Begleiters. 

Im Februar. Es war kalt, windig und nass. Nicht das ideale Wetter für meinen damaligen Gesundheitszustand. Und doch haben wir auch diesen Urlaub sehr genossen.

Wir waren endlich mal wieder in den Niederlanden und ich verliebte mich wieder in Land und Leute. Unser Ferienhaus war wunderschön und recht geräumig und es hatte einen offenen Kamin.

Also offen, bis ich versehentlich die Kaminklappe schloss und uns ausräucherte.

Vielleicht hat uns das konserviert und geschützt. Denn kurz nachdem wir wieder zu Hause waren kam Corona, wovon ich bis heute verschont blieb.

Am Timmendorfer Strand hatten wir nur ein kurzes Stelldichein. 

Während der Arbeit quasi. Ein richtiger Urlaub war in diesen Zeiten leider nicht möglich und unsere Sehnsucht wuchs während wir am Strand entlang spazierten.

Den ersten richtigen Urlaub nach dieser Zeit, verbrachten wir dann am Bodensee. 

Wir trafen liebe Freunde, genossen gutes Essen und besuchten auch hier wieder wunderschöne kleine Städtchen.

In meinem Herzen eingebrannt hat sich das Panorama des Bodensees mit den Alpen im Hintergrund.

Und nun war es wieder Zeit für eine neue Liebe.

Gar nicht weit von zu Hause weg, mieteten wir uns eine Ferienwohnung in einer Jugenstilvilla. Ein wunderschönes großes Haus in Hanglage in Büdingen.

Leider war die Wohnung aber im ausgebauten Keller. Hobbithöhle nannte sie mein annähernd 2m großer Liebster, wenn er duckend eintrat. Aber wir hatten einen wunderschönen Blick raus auf den Schlosspark.

Ja, Büdingen hat ein Schloss, welches noch sehr gut erhalten und auch bewohnt ist.

Die schnuckelige Altstadt ist Umgeben von Stadtmauern und Türmen. Die Straßen sind eng und kopfsteingepflastert. Die Häuser aus Fachwerk, klein und dicht beieinander. Ich fand mich auf anhieb gut zurecht.

Und dann stand es da. Dieses liebevoll sanierte Fachwerkhaus, angeschmiegt an die Stadtmauer, mit eigenem Turm. Es gab keinen Garten. So baute man früher eben nicht. Dafür gab es einen kleinen Vorhof, was schon selten war, und eine Terrasse oben auf dem Turm mit Blick über die gesamte Altstadt und Schloß mit Schlossgarten.

Zu verkaufen, stand auf dem Schild am Türchen zum Vorhof.

Vor meinem inneren Auge wandelte sich das Schild, auf dem nun stand:


Was ist das immer mit mir, fragte ich mich. Ich weiß, das ich mich schnell im Urlaub verliebe. In Orte, Häuser, Landschaften. Mein Herz weitet sich. Jedes Mal würde ich am liebsten bleiben.

Und doch weiß ich, dass ich weiterziehen werde. Voller Sehnsucht danach, neue, alte Orte zu besuchen an denen ich mich sofort heimisch fühlen werde.

Betrete ich ein mittelalterliches Städtchen oder einen Wald, fühle ich mich zu Hause. Angekommen. Und suche doch weiter.


Am liebsten hätte ich Häuser in verschiedenen Gegenden, die ich regelmäßig aufsuche und in der Zwischenzeit als Ferienwohnung vermiete.

Na toll, Wohnungsverknappung, meint mein Liebster. Auch mein Sohn sieht das ähnlich kritisch.

Na, wie gut, dass mir dafür eh noch die Mittel fehlen.

Um mich aus meinen Luftgespinsten zu holen, wanderten wir stattdessen an unserem letzten Tag 6-7 Stunden durch den Wald. Das erdete mich dann wieder.

Wir besuchten den "wilden Stein". Möglicherweise ein alter Hexentanzplatz. Zumindest mussten die Frauen unter Folter zugeben, das sie sich dort mit dem Teufel vergnügt haben.

Ich war nachdenklich. Eigentlich wäre es ja doch viel schöner, wenn wir später einen umgebauten Bauernhof haben, gerne Fachwerk, als Mehrgenerationenhaus. Mit Platz zum Wohnen für uns und unsere Eltern, Raum für Seminare und Workshops und vielleicht noch ein Wohnwagen zum Reisen. Hach, ich könnte schon wieder ins Träumen geraten.

Aber was in jedem Urlaub auch immer wieder passiert, ist das ich mich jedes Mal neu in meinen Gefährten verliebe. Diese Liebe ist einerseits beständig, andererseits wächst sie stetig.

Danke, dass Du an meiner Seite bist und mich an diese schönen Orte führst.

Alles Liebe,

Gloria